Gedenkstunde für die Opfer von Krieg und Nationalsozialismus

Seit 1989 findet jedes Jahr rund um den 8. Mai (Kapitulation Hitlerdeutschlands) eine Gedenkstunde für die Opfer von Krieg und Nationalsozialismus vor dem Mahnstein statt.

 

Der Initiator dieser Veranstaltung war der damalige Bürgermeister Gerhard Skiba, der so auf das internationale Medienecho zum 100. Geburtstag Adolf Hitlers hin ein ganz klares Zeichen setzte.

 

Veranstalter sind seitdem immer die Stadt Braunau in der Person des amtierenden Bürgermeisters sowie der Verein für Zeitgeschichte und das Mauthausen Komitee. Für letzteres ist dieser Termin ein Fixpunkt in seinem Gesamtprogramm der jährlichen Befreiungsfeiern.

Gedenkstunde für die Opfer von Krieg und Nationalsozialismus 2019

 

Freitag, 10. Mai 2019, 18 Uhr, Salzburger Vorstadt

(bei Schlechtwetter im Veranstaltungszentrum)

 

Musikalische Gestaltung: Demokratischer Chor Braunau

Gedenken an Opfer von Krieg und Nationalsozialismus 2018

 

Am 8. Mai, dem Tag der Befreiung von den Nationalsozialisten, luden der Verein für Zeitgeschichte, die Stadtgemeinde und das Mauthausen Komitee zur alljährlichen Gedenkstunde für die Opfer von Krieg und Nationalsozialismus beim Mahnstein in der Salzburger Vorstadt ein.

Der Hauptreferent war der ehemalige Vizekanzler Dr. Reinhold Mitterlehner. Er ging auf das Kriegsende in Europa ein. In Wien wurden die Kampfhandlungen eingestellt und der Aufbau der Zweiten Republik war in vollem Gange. Leider sah dies am 7. und 8. Mai in Oberösterreich ganz anders aus. Gefangene wurden damals noch nach Mauthausen transportiert. „Für die Zukunft gilt die Übernahme der Verantwortung und die Pflicht zur Erinnerung“, mahnte Dr. Reinhold Mitterlehner. In seinen Schlussworten erinnerte er an die Rede Richard von Weizsäckers, in der er die Menschen aufforderte, miteinander und nicht gegeneinander zu leben. „Dieser Satz gilt auf der großen Ebene im Miteinander mit der EU, aber auch im kleinen und täglichen Lebensbereich

Bürgermeister Mag. Johannes Waidbacher eröffnete seine Rede mit der Erinnerung an den 8. Mai 1945, den Tag der Kapitulation Deutschlands und damit der Befreiung vom Nationalsozialismus. Waidbacher zitierte aus der Rede des deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker im Jahr 1985: „Der 8. Mai ist kein Tag zum Feiern. Die Menschen, die ihn bewusst erlebt haben, denken an ganz persönliche und damit ganz unterschiedliche Erfahrungen zurück. Der eine kehrte heim, der andere wurde heimatlos. Viele waren einfach nur dafür dankbar, dass Bombennächte und Angst vorüber und sie mit dem Leben davongekommen waren. Andere empfanden Schmerz über die vollständige Niederlage des eigenen Vaterlandes. Verbittert standen Deutsche vor zerrissenen Illusionen, dankbar andere Deutsche für den geschenkten neuen Anfang. Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit vom menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Niemand wird um dieser Befreiung willen vergessen, welche schweren Leiden für viele Menschen mit dem 8. Mai erst begannen und danach folgten. Aber wir dürfen nicht im Ende des Krieges die Ursache für Flucht, Vertreibung und Unfreiheit sehen. Sie liegt vielmehr in seinem Anfang und im Beginn jener Gewaltherrschaft, die zum Krieg führte.“

 

Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkstunde mit Musikstücken vom demokratischen Chor Braunau.

Gedenken an Opfer von Krieg und Nationalsozialismus 2017

 

Auch in diesem Jahr konnte Bürgermeister Johannes Waidbacher zur Gedenkstunde für die Opfer von Krieg und Nationalismus vor dem Geburtshaus Adolf Hitlers zahlreiche Ehrengäste und Interessierte willkommen heißen. Waidbacher erinnerte an die Auswirkungen von Krieg und Verfolgung in den letzten Monaten und Jahren: "Täglich riskieren hunderte, manchmal tausende Menschen bei der Überfahrt über das Mittelmeer ihr Leben in der Hoffnung in Europa Sicherheit und Frieden zu finden…

Photo by: Walter Geiring

Dr. Charlotte Herman - Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde für Oberösterreich - erinnerte an die zahlreichen Toten des Zweiten Weltkriegs unter den Zivilsten und Soldaten. Neben Roma und Sinti, geistig- und körperlich Beeinträchtigte sowie Gegner des Regimes war es auch sechs Millionen Juden, die während der Naziherrschaft auf grauenvolle Weise ihr Leben verloren. "Es waren Menschen, die niemand etwas getan haben, sondern einfach nur Juden waren. Darunter auch eineinhalb Millionen Kinder", bedauerte die Präsidentin. "Auch 72 Jahre nach dem Krieg, ist die Anzahl der Juden immer noch nicht in der Höhe, als dies vor dem Krieg der Fall war. Vor dem Krieg waren es 16 Millionen, jetzt sind es bisschen mehr als 14 Millionen weltweit", so Herman…

 

„Pomen žrtvama rata i nacizma u Braunau“

Serbisches Staatsfernsehen RTS über die Gedenkstunde für die Opfer von Krieg und Nationalsozialismus, 19. Mai 2017>>>

 

Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkstunde mit Musikstücken vom demokratischen Chor Braunau.

Gedenkstunde 2016

 

In der Salzburger Vorstadt in Braunau fand am 29 April 2016, wie jedes Jahr die Gedenkstunde für die Opfer von Krieg und Nationalsozialismus statt, zu der Bürgermeister Mg. Johannes Waidbacher neben zahlreichen Ehrengästen auch den Bischof der serbisch-orthodoxen Kirche Österreichs, Andrej Ćiledžic, als Gedenkredner begrüßte.

 

Seine Exzellenz Bischof Andrej Ćilerdžić wies darauf hin, dass unter den Bedingungen einer globalisierten, ökonomisch- kulturell und gesellschaftlich-politisch gespaltenen Welt die Bemühungen unter Kirchen und Religionen um Versöhnung und Einheit noch wichtiger geworden sind. Das kontinuierliche Engagement für den Dialog fördere daher nicht nur Versöhnung, sondern sei zugleich ein Ausdruck der Sehnsucht der Menschen, zu einer Familie zu werden.

 

Der Dialog lebe von einer aktiven Bejahung der Vielfalt. Die Kultur des Dialoges verlange nicht, die für das eigene Leben bestimmende Wahrheit zu relativieren, wohl aber die Demut, fremde und auch unverstandene Wahrheiten zu respektieren. „Wir, die wir heute zur traditionellen Mahnsteinfeier zusammen gekommen sind, tragen zur Vertiefung dieser Kultur des Dialogs bei“, so Bischof Andrej Ćilerdžić.

Gedenkstunde 2015

 

Zum Gedenken an die Opfer der dunkelsten Zeit in der Geschichte unseres Landes veranstalteten die Stadt Braunau am Inn, der Verein für Zeitgeschichte und das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) am 15. Mai 2015, die bereits traditionelle Gedenkstunde beim Mahnstein für die Opfer von Krieg und Nationalsozialismus.

 

Mehr als 200 Gäste nahmen an der Gedenkfeier teil, darunter auch die Vereinigung Österreichischer Peacekeeper (VÖP), die ihr Bundestreffen in Braunau abhielt. „Vor 70 Jahren endete der Zweite Weltkrieg – die schlimmste Katastrophe des vorigen Jahrhunderts. Die heutige Gedenkstunde ist eine Möglichkeit zu zeigen, dass wir in Braunau etwas gegen das Vergessen tun. Der bessere Weg ist es, friedlich gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz aufzutreten, zu gedenken und zu erinnern“, so Bürgermeister Mag. Johannes Waidbacher in seiner Ansprache.

Univ. -Prof. Dr. Anton Pelinka, Professor an der Central European University Budapest und Vorsitzender der Gesellschaft für politische Aufklärung, ging zunächst auf die Entstehung des Staatsvertrages im Jahr 1955 ein: Das Kriegsende am 8. Mai 1945 hatte in Österreich Gewinner und Verlierer. Im Gegensatz dazu wurde der Abschluss des Staatsvertrags am 15. Mai 1955, vor allem durch das gestiegene Österreichbewusstsein, von allen Österreichern einheitlich als großer Gewinn gewertet. Schließlich hob er den bewussten Umgang der Stadt Braunau mit ihrer Verantwortung als Geburtsort Adolf Hitlers positiv hervor.

Auf Initiative des Braunauer Stadtvereins war das amerikanische Ehepaar David und Judith Barry zu Besuch in Braunau. Corporal Clifford Barry, Vater von David, und Private Richard Felt sind nach der Besetzung Braunaus durch die US-Armee bei Arbeiten an der Ponton-Brücke über den Inn am 5. Mai 1945 ertrunken.

 

Gedenkstunde 2014

 

Am Freitag, 09. Mai 2014 veranstalten die Stadtgemeinde Braunau, der Verein für Zeitgeschichte und das Mauthausen Komitee Österreich die jährliche Gedenkstunde für die Opfer von Krieg und Nationalsozialismus.

 

„Der Wahnsinn des Zweiten Weltkrieges und die Schrecken der Nazi-Diktatur dürfen niemals in Vergessenheit geraten, sondern uns allen als Mahnmal in Erinnerung bleiben, um derartige Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen“, sagte Bürgermeister Mag. Johannes Waidbacher in seiner Ansprache.

 

Bezirkshauptmann Mag. Dr. Georg Wojak erklärte, dass der Bezirk Braunau als Friedensbezirk klar Stellung gegen jegliche Form von Krieg, Gewalt und Diskriminierung beziehe. Darauf könne jede und jeder Einzelne im Friedensbezirk Braunau stolz sein und aktiv zu dieser Einstellung beitragen.

„Eine Demokratie entsteht nicht von selbst, sondern bedarf des gemeinsamen Engagements aller“, so Abgeordneter zum Nationalrat Harry Buchmayr. Leider  seien antidemokratische Bestrebungen und extremistische Ideologien noch immer vorhanden, diesen gelte es aktiv und konsequent entgegenzutreten.

 

Dr. Robert Eiter vom Mauthausen Komitee Österreich ging auf den Rechtsextremismus in Oberösterreich ein. Er hob hervor, dass die Anzeigen nach dem Verbotsgesetz zugenommen haben. Das lasse nicht nur auf eine zunehmende Aktivität der rechtsextremen Szene, sondern auch auf eine verstärkte Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger schließen.

 

Mit Gebeten gedachten Jasmina Abdelrahman vom Islamischen Friedenszentrum, der evangelische Pfarrer Mag. Jan Lange und der katholische Stadtpfarrer Mag. Wolfgang Schnölzer der Opfer des Nationalsozialismus und baten um göttlichen Beistand, dass die Menschen auf der ganzen Welt endlich in Frieden leben können.

 

Die Gedenkstunde 2014 wurde vom Demokratischen Chor Braunau würdevoll musikalisch gestaltet.

Gedenkstunde 2013

Gedenkstunde 2012

Gedenkstunde 2011

 

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